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Allgemeine Informationen zum Jemen

Die auf der südwestlichen Spitze der arabischen Halbinsel gelegene Republik Jemen bietet dem Besucher einen faszinierenden Einblick in die Kultur südarabischen Völker, die auf eine jahrtausende alte Geschichte zurückblicken kann. Traditionen, Sitten und Gebräuche der alten Völker haben bis heute das Leben im Jemen beeinflusst und dennoch gelingt es den Jemeniten, ihre kulturellen und religiöse Traditionen mit den Anforderungen moderner Lebensweisen zu vereinbaren.
Landschaftlich zeigt sich der Jemen ebenfalls sehr vielfältig und reicht von weiten Sandwüsten über schroffe Berglandschaften bis hin zu landwirtschaftlichen Anbaugebieten.

Mit einer Fläche von ca. 530 000km² ist der Jemen das zweitgrößte Land auf der Arabischen Halbinsel nach Saudi-Arabien, das im Norden an den Jemen angrenzt. Eine weitere Landesgrenze hat Jemen mit dem östlich gelegenen Sultanat Oman. Die Westküste zieht sich am Roten Meer entlang, und der Golf von Aden bildet die natürliche Grenze im Süden. In beiden Meeren gehören zahlreiche Inseln zu jemenitischem Staatsgebiet.

Der Küstenstreifen entlang des Roten Meeres mit der dahinter liegenden Thihama Ebene ist geprägt von Sandwüsten und Buschsteppen. Ein ähnliches Bild bietet der Küstenstreifen entlang dem Golf von Aden im Süden.
Fast parallel zur Westküste verläuft ein schroffes und zerklüftetes Bergmassiv, das einerseits unbewohnbar erscheint, durch den Einfluss des Monsuns aber zugleich die einzige Möglichkeit für landwirtschaftlichen Anbau bietet. So findet man selbst in entlegenen Gebieten kleine Dörfer, die wie Adlerhorste an den Berghängen kleben.
Im zentralen Teil des Jemen breitet sich ein weitläufiges Wüstengebiet bis an die Grenzen des Omans und die südöstliche Küste aus. Aufgrund der klimatischen Bedingungen sind weite Teile unbewohnt oder werden von Beduinenstämmen durchkreuzt. Eine Ausnahme ist das Wadi Hadramaut, indem Ackerbau betrieben werden kann.

Sana’a – UNESCO Weltkulturerbe

Die jemenitische Hauptstadt Sana'a liegt im Zentrum des Landes auf einer Hochebene auf ca. 2300 Meter ü. M. Dank ihrer einzigartigen Architektur hat sie den Ruf, eine der schönsten Städte Arabiens zu sein. Dies ist auch ein Grund dafür, dass die Altstadt  seit 1988 von Sana’a zum Weltkulturerbe der UNESCO gekürt wurde.
Sana’a hat ca. 6000 wunderschön verzierte Hochhäuser und 140 Moscheen, die sich entlang der engen und verwinkelten Gassen befinden.
Sana’a ist eine Stadt, die sich zwischen Moderne und Tradition befinden. In der Altstadt, besonders auf den Märkten, gibt es immer noch traditionelles Handwerk zu bestaunen, aber auch die Moderne hat längst Einzug gehalten, was sich vor allem in der neuen Architektur zeigt.
Sana’a ist eine sehr abwechslungsreiche und interessante Stadt und ohne Zweifel einen Besuch wert.
Auf den Suks drängen sich die Leute dich an dicht. Bunte Stoffe, Gewürze und Silberschmuck werden feilgeboten. Um den Gewürzmarkt zu finden, muss man einfach seiner Nase folgen. Die Altstadt von Sana’a zieht auch die Einheimischen wieder mehr an, die vermehrt in die Altstadt zurückziehen.

Bevölkerung, Religion und Sprache
Die Amtssprache ist Arabisch. Jedoch existieren viele Dialekte, die im Alltag gesprochen werden und die unter dem Begriff jemenitisches Arabisch zusammengefasst sind. In einzelnen Provinzen haben einige weitere südarabische Sprachen Verbreitung gefunden, z.B. Mehri in der Provinz Hadramaut und al-Mahra.
Der Islam ist offizielle Staatsreligion und ca. 99% der Bevölkerung bekennen sich zum Islam. Die Muslime setzen sich ungefähr zur Hälfte aus Schiiten (Zaiditen und Borha-Ismaeliten) und Sunniten (schafiitisch) zusammen.
Laut Verfassung ist der Jemen ein islamischer Staat und demnach gilt die Schia als Rechtsgrundlage. Dennoch herrscht Religionsfreiheit und so finden sich auch vereinzelt christliche und jüdische Gemeinden im Lande. Jedoch ist vor allem die jüdische Gemeinde seit der Gründung von Israel drastisch geschrumpft. Während der Jahre 1949/50 verließ ein Großteil der ca. 60 000  jemenitischen Juden das Land in Richtung Israel und somit bilden die verbleibenden Juden eine Minderheit im Jemen.

Geschichte und Politik

Der Jemen besteht in seiner heutigen Form als Republik seit dem 22.Mai 1990, dem Tag der Vereinigung der beiden Staaten Nord- und Südjemen.
Bis dahin hatten sich die beiden Staaten weitgehend eigenständig entwickelt.
Die Jemenitische Arabische Republik im Nordjemen war auf religiöser Ebene sehr konservativ geprägt und pflegte gute wirtschaftliche und politische Beziehungen mit Saudi-Arabien.
Der Südjemen dahingegen ging nach seiner Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahre 1967 ein Bündnis mit den kommunistischen Staaten China und der Sowjetunion ein und erhielt militärische, wirtschaftliche und politische Unterstützung. Als die Sowjetunion 1986 immer mehr zerfiel, kam es zwischen den beiden jemenitischen Staaten zu Annäherungsversuchen, die dann nach 4-jährigen Verhandlungen mit der Vereinigung vom 22. Mai 1990 erfolgreich endeten.

Jedoch brachte die Vereinigung nach einer anfänglichen Euphorie auch viele Probleme mit sich, die die Entwicklung des Landes vor allem im wirtschaftlichen Bereich immens beeinträchtigte. Drei Jahre nach der Vereinigung kam es gehäuft zu Konflikten zwischen den beiden Landesteilen, die am 5. Mai 1994 ihren Höhepunkt im Ausbruch eines Bürgerkrieges fanden. Am 20.Mai 1994 wurde in Aden die Demokratische Republik Jemen ausgerufen und Präsident Ali Abdallah Saleh erklärte den Krieg am 7.Juli für beendet. Die Gegner des vereinten Jemens mussten daraufhin das Land verlassen.

Sicherheit

Reisen in den Jemen sind weitestgehend sicher, sofern man sich an bestimmte Vorsichtsmaßnahmen hält. Die Gefahr von terroristischen Akten gegen westliche Interessen ist auch im Jemen vorhanden und man sollte sich von großen Menschenansammlungen fernhalten, die ein mögliches terroristisches Angriffsziel bieten.
In der Vergangenheit ist es im Jemen auch zu Entführungen von westlichen Touristen gekommen, die jedoch in den meisten Fällen keinen terroristischen Hintergrund haben. Vielmehr versuchen einzelne Stämme durch die Entführung ausländischer Reisender ihre eigene Regierung zu erpressen und somit die eigenen politischen oder wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. Um das Risiko einer Entführung gering zu halten, sollte man in keinem Falle alleine im Land reisen! Entführungen können in allen Landesteilen vorkommen und am sichersten kommt man in Begleitung eines vertrauensvollen einheimischen Partners ans Ziel.

Der Jemen ist ein streng muslimisch geprägtes Land und es müssen folgende strafrechtliche Bestimmungen in jedem Fall eingehalten werden, die Reisenden aus dem Westen nicht immer bekannt sind! Bei Missachtung kann die Reise schnell im Gefängnis enden:
Es dürfen keine Drogen eingeführt werden und der öffentliche Genuss von Alkohol ist strengstens untersagt.
Beim Fotografieren sollte man besonders darauf achten, dass im weitesten Sinne keine militärischen Einrichtungen und Personen abgelichtet werden dürfen. Auch das Fotografieren von Frauen ist untersagt, sofern diese nicht ausdrücklich eingewilligt haben!

Visum

Für die Teilnahme an diesem Programm benötigen Sie einen bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültigen Reisepass und ein Visum. Dieses muss rechtzeitig vor der Einreise bei der jemenitischen Botschaft in Berlin oder beim Generalkonsulat in Frankfurt/Main beantragt werden. Dieses Visum berechtigt zu einem Aufenthalt bis zu 3 Monaten. Die Visagebühren belaufen sich derzeit auf 40€.
Da Sie freiwillig und unentgeltlich arbeiten, ist Ihr Aufenthalt touristischer Art, Sie benötigen keine Arbeitserlaubnis.

Beachten Sie, dass Sie bei einem Aufenthalt, der 4 Wochen übersteigt, mindestens 7 Tage vor der Abreise aus dem Jemen ein Ausreisevisum bei der „Immigration Authority“ beantragen müssen. Unser Partner im Jemen wird Ihnen hierbei behilflich sein.
Achtung: Aktuelle Informationen bei den Botschaften/Konsulaten anfordern

Medizinische Hinweise

Es empfiehlt sich, einen gültigen Impfschutz für Polio, Diphtherie, Tetanus und Hepatitis A zu haben. Impfungen gegen Hepatitis B und Typhus können bei Langzeitaufenthalten ebenso sinnvoll sein wie eine Tollwut-Impfung.  HIV / Aids ist weltweit ein Problem und verbreitet sich auch nach und nach im Jemen. Die bekannten Risiken sollte man auch hier meiden.
Malaria ist eine Krankheit, die vor allem in den Sommermonaten im Land Verbreitung findet. Die Mitnahme von Malaria-Prophylaxen und Mückenschutz ist ratsam.
In jedem Fall sollte rechtzeitig vor geplanter Ausreise ein Mediziner aufgesucht werden, um mögliche Gesundheitsrisiken einschätzen zu können.
Die gesundheitliche Versorgung im Jemen ist nicht besonders gut und um eventuelle gesundheitliche Probleme schnell behandeln zu können, sollte eine gut ausgestattete Reiseapotheke mitgenommen werden.

Kleidung

Der Jemen ist ein streng islamisch geprägtes Land und man sollte auch durch die eigene äußerliche Erscheinung der jemenitischen Bevölkerung Respekt entgegenbringen.
Vor allem Frauen sollten sich nicht allzu freizügig und figurbetont kleiden, wobei nicht erwartet wird, dass sich Nicht-Musliminnen im Stil der einheimischen Frauen kleiden und auch das Tragen eines Kopftuches ist nicht unbedingt nötig. Leichte Baumwollkleidung, die Arme und Beine bedeckt, Sonnenschutz und feste Schuhe sollten im Reisekoffer auf keinen Fall fehlen. Im Winterhalbjahr kann es nachts empfindlich kalt werden und eine warme Jacke ist empfehlenswert
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